Warum der Big Vegan TS nicht die Welt rettet - und dennoch gut für den Veganismus ist.

Veganes Kartenspiel

Das erste Kartenspiel für alle VeganerInnen und ihre nicht-veganen Freunde :-)
Mit Spiel & Spaß klärt unser Kartenspiel über die beliebtesten Vorurteile auf. "Aber ein Löwe frißt auch Fleisch!" oder "Ich habe mich nicht an die Spitze der Nahrungskette gekämpft um dann Salat zu essen!" Wer kennt sie nicht, diese ach so kreativen Sprüche von Fleischessern. Auf freundliche Art wird erklärt, wieso die meisten davon Quatsch sind. Spielspaß für die vegane Party inbegriffen. Jetzt für nur 7,40 € in unserem Shop. und unsere Seite unterstützt du damit auch noch.

Seit 2019 bietet McDonald's einen veganen Burger an. In Zusammenarbeit mit Nestlé, dem grössten Nahrungsmittelkonzern der Welt, erweitert McDonald’s ab sofort seine Produktpalette und bietet nun einen veganen Burger an.

Sehr lange hat sich McDonald’s hierfür Zeit gelassen. Der Grund ist einfach: Eigentlich möchte McDonald’s seine Strategie nicht ändern - fährt es doch seit Jahrzehnten gut damit. Das Klientel hat sich an die gleichschmeckenden Burger gewöhnt und möchte am liebsten auch nicht mit der unbequemen Wahrheit konfrontiert werden, dass für ihr Essen Tiere sterben. Die Wörter "vegan" oder "vegetarisch" würde McDonald’s am liebsten aus allen Filialen verbannen und lange Zeit hat das auch ganz gut funktioniert. Nun jedoch, in einer Zeit, in der sich in Deutschland bald 15% der Menschen vegetarisch und 5% der Menschen vegan ernähren, ist der Punkt gekommen, das Thema fleischfreie Ernährung nicht mehr totschweigen zu können. In einer Zeit, in der täglich auf nahezu allen Medien über Fleischskandale berichtet wird und immer mehr Menschen die Massentierhaltung verachten, muss McDonald’s einfach die Reißleine ziehen und das Sortiment von morgen planen und anfangen aufzubauen und genau das tun sie jetzt mit dem Big Vegan TS. Dass McDonald’s hier nicht alle ethisch und moralisch handelnden Menschen erreicht, weiß McDonald’s ganz genau. So postete das Unternehmen "Jetzt kommen nicht alle Veganer zu uns, aber vielleicht die, die Hunger haben", was unserer Meinung nach genau das ausdrücken soll.



Die BILD-Zeitung titelt sogar "McDonald’s wird teilvegan". Was sich im ersten Moment vielleicht gut anhört, ist beim genauen Hinschauen allerdings ziemlich absurd. Von veganfreundlich oder gar teilvegan zu sprechen, wenn von rund 30 verschiedenen Burgern einer vegan ist, ist natürlich völlig überzogen. Dennoch berichten nahezu alle Medien über den veganen Burger und konfrontiert so noch einmal alle Menschen mit dem Thema. Insbesondere Menschen, die bisher perfekt verdrängen können, dass für ihre Ernährungsweise Tiere sterben, wird nun an jeder Ecke: "Hey, es gibt ein Leben nach dem Fleischkonsum" anlächeln.
Ob und wie ein Burger in einem Fastfood-Restaurant, welches jährlich mehr als 50.000 Kühe tötet und mehr als 20.000 Tonnen Geflügel verarbeitet auch nur als "teilvegan" angesehen werden kann, möchten die BILD-Journalisten nicht weiter erläutern



Warum der Big Vegan TS dennoch der Einstieg in den Ausstieg sein kann


Viele Menschen gruseln sich einfach vor veganen Burgern. Sie haben Angst, dass diese unnötig teuer sind oder haben noch immer das veraltete Klischee vom tristen Tofublock im Kopf. Durch die enorme Werbeschiene, die McDonald’s mit seinen Produkten fährt, kommen nun viele Menschen das erste mal mit einem gut aussehenden, einfach und relativ günstig zu erwerbenden Burger in Kontakt. Ein veganer Burger in genau dem Geschäft, in dem sie vielleicht seit vielen Jahren ihren Lieblingsburger essen, ist jetzt vielleicht das erste Mal in greifbarer Nähe. Menschen sind Gewohnheitstiere und Fleischesser gehen nunmal nicht in ein veganes Restaurant und schauen auch nicht bei HappyCow nach, wo es vegane Burger geben könnte. Ich selbst weiß das aus Erfahrung, denn ich habe auch tatsächlich vor über zehn Jahren das erste Mal in einem McCafé einen Kaffee mit Sojamilch bestellt. Vorher kam ich dmit einfach nirgens in Berührung oder hab danach einfach nicht gesucht.

Konkurrenz belebt das Geschäft und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Menschen, die McDonald’s mit ihrem Burger erst einmal anlockt, später auch in anderen veganen und veganfreundlichen Restaurants hochwertigere, vegane Burger kaufen.



McDonald’s ist für viele einfach und bequem


Die meisten Filialen haben bis spät in die Nacht geöffnet und sind für feierwütige Menschen nach der Party oft die einzige geöffnete Option. Vielen Menschen wird es einfach helfen, wenn in dem Restaurant etwas Veganes angeboten wird, in dem die gesamte Partygruppe gerade dann etwas essen will. Umso besser, wenn auch vegan lebende Menschen dort dann etwas bekommen.

Auch wenn ethisch motivierte Veganer und Veganerinnen vielleicht nicht direkt zu McDonald’s laufen und dem Unternehmen ihr Geld bringen sollten, ist ein veganer Burger bei McDonald’s trotzdem sinnvoll und wird für viele der erste Kontakt zu veganen Burgern sein. Das Unternehmen ist gerade in ländlichen Regionen oder an Autobahnen oft die einzige Möglichkeit, etwas zu essen und genauso häufig wird McDonald’s in diesen Regionen auch die erste Möglichkeit sein, etwas Veganes zu finden.
Im Internet kursiert eine Vielzahl an Artikeln, wie schwierig und teuer doch eine vegane Ernährung ist. Auch Menschen, die so etwas schreiben, wird mit einem veganen Burger für 3,70 Euro in deutschlandweit allen McDonald’s Filialen der Wind aus den Segeln genommen.



Zutaten des Big Vegan TS Burgers


Viele Kritiker der veganen Küche behaupten, vegane Burger seien ungesund, doch selbst die Zutatenliste des JunkFood-Riesens McDonald's liest sich gar nicht mal so schlecht.

Trinkwasser, 19 % konzentriertes Sojaeiweiß, pflanzliche Öle (Raps, Kokosnuss), 5 % Weizeneiweiß, Stabilisator (Methylcellulose), Branntweinessig, natürliche Aromen, Knoblauchpulver, Pflanzenkonzentrate (Rote Beete, Karotten, Paprika), Salz, Gerstenmalzextrakt, schwarzer Pfeffer, Spirulinakonzentrat

Daran erkennt man, dass Kritiker oft unwahre Behauptungen aufstellen, um ihre eigene unvegane Ernährung zu rechtfertigen. Der Big Vegan TS wird wohl lange Zeit der gesündeste Burger bei McDonald's bleiben.

McDonald´s und Nestlé


Mit Nestlé hat sich McDonald´s den richtigen Partner gesucht. Der Nahrungsmittelkonzern ist nicht weniger schlimm als McDonald´s und hat vermutlich genauso viele Leichen im Keller. Auch Nestlé beutet Mensch, Tier und Umwelt aus und sollte auch nicht die erste Anlaufstelle sein.

Fazit: Wenn du in Berlin, Hamburg oder einer anderen Großstadt unterwegs bist, hast du genügend andere Möglichkeiten, dein Geld sinnvoller zu investieren. Du bekommst bessere Burger, einen besseren Service, bessere Qualität zum gleichen Preis oder manchmal sogar günstiger. Hier gibt es keine Notwendigkeit, an veganen und veganfreundlichen Restaurants vorbei zu gehen und bei McDonald’s einzukehren. Gibt es aber keine andere Essensmöglichkeit, ist es kein Problem, auch großen Unternehmen zu zeigen, dass vegane Burger keine Ladenhüter sind. Dass ein Burger, der nicht einmal veganen Käse enthält vermutlich nicht alle veganen Restaurants in die Insolvenz treibt, dürfte eigentlich klar sein. Die Phrase "Konkurrenz belebt das Geschäft" stimmt auch hier.

Veganismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und genau das ist es doch, was wir immer wollten.